Samstag, 28. Februar 2015

Die Bibel: Das Buch der Bücher

Interessante Links zur Bibel:

Fragen und Antworten rund um den Glauben



Liebe Kinder,
während der Erstkommunionvorbereitung habt ihr bestimmt ganz viele Fragen rund um den Glauben und rund um die Erstkommunion. In diesen Büchern findest du ganz viele Antworten auf deine Fragen.

Noch einfacher:
Frag doch einfach deine Eltern, Großeltern, Paten, Katechten, Religionslehrer oder uns Seelsorger und Seelsorgerinnen der Kirchengemeinde St. Otger. Die Adressen oder Telefonnummern findest du auf unserer Homepage.



99 Fragen und Antworten rund um den Glauben
Bildquelle: http://www.herder.de/


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Bildquelle: Kösel-Verlag







 

Dienstag, 17. Februar 2015

Fastenzeit - 40 Tage Vorbereitung auf Ostern

Wir nennen die Fastenzeit auch österliche Bußzeit. Zu Beginn des Markus-Evangeliums fordert Jesus die Menschen auf: "Kehrt um und glaubt an das Evangelium!" (Mk 1, 15). Damit will er sagen: Glaubt mir doch, dass Gott euch liebt! Lebt aus dieser Liebe.

Das ist oft gar nicht so einfach. Dafür muss man manchmal so richtig umdenken. Und nichts anderes meint kehre um. Man kann kehre um verstehen im Sinne von denke um oder auch denke größer von Gott, als du ihn dir vorstellen kannst. Gott ist nicht so kleinherzig oder engstirnig wie die Menschen. Er steht immer hinter dir - komme was wolle. Und wenn du umkehrst - dich umdrehst - wirst du erkennen, dass er die ganze Zeit hinter dir stand. Ja, sogar nur darauf wartete, dass du wieder zu ihm zurückfindest. Gott ist wie der barmherzige Vater, von dem Jesus den Menschen erzählt hat (vgl. Lk 15,11-32).

Ich brauche manchmal recht lange, eh ich lerne umzudenken - bis die neue Art zu denken und zu handeln mir in Fleisch und Blut übergehen. 40 Tage Fastenzeit kommen mir da gerade recht. 40 Tage Zeit, mich auf das Osterfest vorzubereiten. Denn wenn ich dieses Fest ernst nehmen, muss ich gehörig umdenken: Die Liebe ist stärker als der Tod! Wer soll das begreifen?

Mehr Infos über die Fastenzeit und die Vorbereitung auf Ostern gibt es hier:
Karneval
Fastenzeit
Aschekreuz

Die Fastenzeit ist eine gute Gelegenheit, mich Gott neu zuzuwenden. Helfen können dabei das Gebet, die Bibel, Buße und Beichte oder auch Exerzitien.

Sonntag, 21. Dezember 2014

Bald ist Weihnacht


Statio 21.12.14 – 4. Advent

Liebe Gemeinde,

letztens hörte ich, wie einer zum anderen sagte: „Häs all höärt? ---- Boll is Wiehnacht…“ Auch wenn ich nicht so gut Plattkuern kann, ich würde mal sagen: das ist die westfälische Variante des Gedichtes „Draußen vom Walde komm ich her, ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr.“ Und in der Tat: Es liegt was in der Luft. Bei den Bäckern duftet es schon seit Wochen nach Spekulatius. Die Lichterketten sind ausverkauft und der Glühwein schmeckt. Es muss wohl was dran sein. Hinweise gibt es genug: Bald ist Weihnacht.


Vor ein paar Jahren gab es sogar ein Weihnachtsgerücht.
Statt Spekulatius gab es Spekulationen. Die Computerfirma Apple streute es. Wer Gerüchte schürt, führt was im Schilde. Apple brachte ein neues Smartphone auf den Markt. Alle waren neugierig – waren gespannt. Typisch für die Gerüchteküche. Und alle wollten das Neueste wissen und auch das Neueste haben. Gut fürs Geschäft. Zumindest für die Firma Apple. Wer Gerüchte streut, sucht seinen Vorteil. Süßer die Kassen nie klingen als zur Weihnachtzeit.

Eine andere Qualität hat das Weihnachtsgeheimnis.
Der Roman von Jostein Gaarder erzählt: Joachim will einen Adventskalender. Aber alle sind ausverkauft – bis auf einen, und der ist handgemacht. Zu Hause öffnet er das erste Türchen und heraus fällt ein kleiner, eng beschriebener Zettel. Die Geschichte, die Joachim entziffert, erzählt von einer Pilgerreise. Die beginnt in Norwegen mit einem Stofflamm und einem Mädchen namens Elisabeth. Sie führt immer weiter zurück bis nach Bethlehem zur Geburt des Jesuskindes. Immer mehr folgen dem Zug. Je mehr Zettel Joachim liest, desto öfter fragt er sich, ob es das Mädchen, das den Pilgerzug anführt, tatsächlich gibt. Das Geheimnis wird gelüftet. Aber erst am 24. Dezember.[i]

Woran erkenne ich nun, dass bald Weihnachten ist?
Am Datum im Kalender? Am Duft, am Gerücht oder am Geheimnis?
Das Weihnachtsgeheimnis hat schon eine andere Qualität als der Weihnachtsgeruch und das Weihnachtsgerücht. Spekulatiusduft, Lichterketten und Glühwein machen Stimmung. Aber ist das schon Weihnacht? Der Firma Apple ging es ums Geld. Wenn der Rubel rollt – ist dann schon Weihnacht? Jostein Gaarder nimmt seine Leser mit auf eine Reise. Und das ist die andere Qualität: Das Buch nimmt seine Leser mit nach Bethlehem – auf eine Pilgerreise. Das Ziel dieser Reise zeigt, worum es eigentlich geht.

Aus dem Ziel dieser Reise – aus Betlehem – hat uns am letzten Sonntag auch das Friedenslicht erreicht. Entzündet wurde es an dem Ort, den wir als Geburtsort Jesu Christi verehren. Von dort haben es Pfadfinderinnen und Pfadfinder über Wien nach Münster und von dort nach Stadtlohn gebracht. Aus unseren Kirchen können Sie es mitnehmen nach Hause. Vielleicht brennt es ja dort schon seit einer Woche? Wie bei einer Bekannten. Sie erzählte: „Als mir eine Nachbarin das Friedenslicht brachte, habe ich mich riesig gefreut. Eine schöne Geste. Aus der Region, die alles andere als friedlich ist, kommt Hoffnung auf Frieden. Wenn ich das Friedenslicht bei mir zu Hause brennen lasse, dann denke ich an all die Menschen, die in diesen Tagen auf der Flucht sind. Die Angst haben um ihr Leben und um das ihrer Angehörigen. Ich denke an die Menschen, die alles verloren haben. An die, die nur ihr Leben retten konnten. Und die nun einen neuen Anfang suchen – eine Perspektive – auch hier in Stadtlohn. --
Aber ich hatte auch so meine liebe Not mit diesem Licht.“ – Meinte die Bekannte. „Es sollte ja nicht ausgehen. Wenn es den weiten Weg von Bethlehem bis Stadtlohn geschafft hat, dann kann ich es ja nicht einfach ausmachen und mit einem Feuerzeug wieder anzünden. Trotzdem hatte ich Angst, es über Nacht brennen zu lassen. Offenes Feuer – was da alles passieren kann. Einzig sicherer Ort: die Badewanne. Da kann es brennen. Nichts fängt Feuer. Da passiert nichts.“
Ein wenig nachdenklich meinte die Bekannte: „Da geb ich mir so viel Mühe mit dem Friedenslicht aus Bethlehem. Was tue ich eigentlich dafür, dass das wahre Licht in mir nicht ausgeht? Was tu ich dafür, dass das, was meinem Leben Sinn und Richtung gibt, nicht verkümmert?“ [ii]

Weihnachten wird, wenn das, was meinem Leben Sinn und Richtung gibt, in mir lebendig wird. König David aus der Bibel hat erkannt, was seinem Leben Richtung gibt. Für ihn war es das Wort Gottes – die Bundeslade. In der ersten Lesung hören wir davon. In der Bundeslade – in den zehn Geboten – verehrte das Volk Israel Gott selbst. Der war für sie da, zeigte ihnen die Richtung. Den Weg in die Freiheit. Und hat sie auch in Wüstenzeiten nicht verlassen. Für David war das Wort Gottes so wichtig, dass er ihm ein Haus – einen Tempel bauen wollte. Doch da hat er die Rechnung ohne Gott gemacht... Gott braucht kein Haus, aus Steinen. Keins, das Menschen ihm bauen. Das Wort Gottes – das Allerheiligste – verehrt, aber weggesperrt?! Wie das Friedenslicht in der Badewanne: Da passiert nichts. Da wird niemand angesteckt.

Gott will kein Haus, das Menschen ihm bauen. Er selbst ist es, der sich sein Haus, seinen Tempel baut: aus lebendigen Steinen. Aus Menschen, in ihrem Glauben, Hoffen und Lieben. In ihnen will er wohnen. Und hofft, dass dieses Haus aus lebendigen Steinen sich anstecken lässt. Feuer fängt für seine Liebe. Wenn die Liebe Gottes in uns lebendig wird, dann wird Weihnachten.

So, wie in Maria Weihnachten wurde. In ihr hat Gott Wohnung genommen. Maria hat ihm Raum gegeben – in ihrem Leben. Zunächst allerdings hat sie sich gewehrt. Hat dem Engel widersprochen: „Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?“ Heißt es heute im Evangelium. In heutiger Sprache hätte sie vielleicht gesagt: „Nee, heiraten und Familienplanung steht noch nicht an. Dafür bin ich noch zu jung.“ Im übertragenen Sinn könnte man ihren Widerstand anders deuten: Sich wehren, dass Gott konkret in ihr Leben eintritt. Für heute könnte das mancher so sagen: „Glauben, Beten, Gutes tun? Dafür hab ich keine Zeit.“ Dann aber hat Maria sich doch auf Gott eingelassen. „Ich bin die Magd des Herrn. Mir geschehe, wie du es gesagt hast.“

Diese Haltung Marias kann auch uns heute Beispiel sein.
Mich auf Gott einlassen, ihm Vertrauen. Ihm einen Platz in meinem Leben einräumen. Zeit für Gott freihalten. In seinem Sinn handeln und das Leben gestalten. Dann wird er auch durch uns heute zur Welt kommen. Und dann, ja dann wird Weihnacht. Auch ohne Weihnachtsduft, Gerücht und Weihnachtsgeheimnis. Dennoch möchte ich auf alles drei nicht verzichten.
Der Duft macht Appetit. Das Gerücht macht neugierig und das Geheimnis drängt, einer Sache auf den Grund zu gehen. Alles drei hilft auch im Glauben. Weihnachten wird, wenn wir Geschmack finden an Gott. Weihnachten wird, wenn wir Interesse haben und neugierig sind auf ihn. Und Weihnachten wird, wenn wir dem Glauben auf den Grund gehen, uns neu drauf einlassen. Und dazu haben wir ja jetzt noch ein paar Tage Zeit...

Manchmal muss man dafür eine Pilgerfahrt machen. Nicht unbedingt nach Bethlehem – ins Heilige Land. Zu Fuß oder mit dem Flieger. Wichtiger ist die Pilgerfahrt im Herzen. Innerlich aufbrechen; losgehen; gespannt sein, was kommt, wenn ich mich auf Gott einlasse.
Wer sich wirklich auf Gott einlässt, bekommt es nicht mit einem Gerücht zu tun, sondern mit der Wahrheit. Und damit lebt es sich doch allemal besser… Dann kommt das wahre Licht in ihm zum Leuchten.

Nahrung bekommt dieses Licht durch das Wort Gottes – durch die Bibel. Und auch durch die Feier der Eucharistie. Wer beides in sich aufnimmt – das Wort und das Brot – in dem nimmt Gott Wohnung. Der ist sein Haus - sein Tempel. Dann kommt ER in mir – in dir – zur Welt. Dann, ja dann erst wird Weihnacht.
(Anne-Marie Eising, Pastoralreferentin)





[ii] Andrea Schwarz in: Anzeiger für die Seelsorge 12/2014, S. 24

Freitag, 31. Oktober 2014

Allheilmittel selbstbestimmter Tod? Gott ist aller Heil!


Statio zu Allerheiligen 2014

Liebe Gemeinde,
was halten Sie von Sterbehilfe? Oder davon, dass Ärzte beim Selbstmord assistieren? Darüber wird ja viel diskutiert. Einige Politiker wollen das Gesetz ändern.

Vor einer Woche machte eine junge Frau aus den USA Schlagzeilen. In der Zeitung las ich: Brittany Maynard wolle sich am 1. November – an Allerheiligen – das Leben nehmen. 29 Jahre ist sie erst. Leidet an einem Hirntumor – unheilbar. Ärzte haben ihr Gift verschrieben. In Oregon in den USA ist das erlaubt. Die Fläschchen mit dem Gift trägt Brittany bei sich. Ihr Ehemann sagt: „Nicht leiden zu müssen, sondern entscheiden zu können, wann es genug ist, ist eine große Erleichterung.“ -  Ihren Selbstmord hatte sie angekündigt in einem YouTube-Video. Gedreht von einer Organisation, die in den gesamten USA Sterbehilfegesetze durchsetzen will.
Wie mag es Brittany wohl gehen? Ob sie das Gift tatsächlich nimmt? Gestern hab ich gedacht: Was ist, wenn für sie das Leben am 1. November doch lebenswert ist? Unter welchem Druck mag sie nun stehen? Heute kam ein neues Video: Sie verschiebt den Termin ihres Todes. Das Leben sei im Moment noch schön.

Ein anderes Beispiel:
Im letzten Jahr starb Walter Jens. Er war Schriftsteller. Einer der bedeutenden Denker in Deutschland. 90 Jahre ist er geworden. In jungen Jahren kämpfte für die aktive Sterbehilfe. Für sich selbst hatte er klar, dass er nicht mehr leben wolle, wenn er nur ein Schatten seiner selbst sei. 1994 sagte er: „Darf ich nach einem selbst-bestimmten Leben nicht auch einen selbstbestimmten Tod haben, statt als ein dem Gespött preisgegebenes Etwas zu sterben, das nur von fern her an mich erinnert?“ 20 Jahre später wurde er dement. Seine Familie und ein befreundeter Arzt hatten versprochen, ihm seinen Sterbewillen zu erfüllen. Aber es kam anders. Etwa 10 Jahre lebte er noch. Trotz Demenz. Wird pflegebedürftig. Doch niemand nimmt ihm das Leben. Der Grund: Sein Sohn berichtet über seinen dementen Vater: „Dann, auf einmal, lächelt mein Vater und sagt: „Aber schön ist es doch.“ [1]

Warum wünschen sich Menschen Sterbehilfe oder Hilfe beim Selbstmord? Untersuchungen aus den Niederlanden haben gezeigt: Es ist nicht in erster Linie die Angst vor unerträglichen Leiden. Die häufigsten Motive waren: Furcht, die Würde zu verlieren; man will keinem zur Last fallen; Einsamkeit und Depression. 
Die Untersuchungen brachten noch etwas anderes zutage: Neben der Tötung auf Verlangen – da konnten die Patienten ihren Willen ganz klar äußern – gab es jährlich etwa 1000 Fälle, die es vom Gesetz her eigentlich gar nicht geben durfte: 1000 Fälle von aktiver Sterbehilfe, die vom Arzt durchgeführt wurden – ohne ausdrückliches und beständiges Verlangen des Patienten. Als Motiv für ihr Tun nannten Ärzte – natürlich anonym – nicht an erster Stelle Schmerzen oder Leiden der Patienten. Wichtigere Motive waren: die zu erwartende niedrigere Lebensqualität; die Erfolglosigkeit weiterer Therapien  und vor allem: der Wunsch der Angehörigen…[2]

Auch wenn eine Gesellschaft es schaffen sollte, Missbrauch auszuschließen: Ich persönlich halte eine Lockerung der Gesetze für gefährlich.
Ich frage mich: Würde die Palliativmedizin noch ausgebaut werden? Würde weiter geforscht? Das ist ja teuer. Für Krankenkassen wäre der ärztlich assistierte Selbstmord billiger, als eine lange Schmerztherapie. 1998 nannte man das mit dem Unwort des Jahres: „sozialverträgliches Frühableben“. Damals ging es um die Rente. Als Rentner verursache ein Mensch mehr Kosten, als er Nutzen bringe – zumindest volkswirtschaftlich gesehen. - Das ist menschenverachtend.
Weiter frage ich mich: Wenn die Tötung auf Verlangen legal wird, was ist mit denjenigen, die sich dagegen entscheiden? Die den Zeitpunkt des Todes in andere Hände legen? Geraten die nicht unter einen ungeheuren Rechtfertigungsdruck? Schon heute müssen sich ja Eltern rechtfertigen, wenn sie ein behindertes Kind bekommen. Oft heißt es dann: „Das muss doch heute nicht mehr sein.“ Wäre die Selbstbestimmung über den Zeitpunkt des eigenen Todes eine neue Freiheit, oder würd es einmal zum Zwang, es tun zu müssen?

Darf eine Gesellschaft das Leid aus der Welt schaffen, indem sie die Leidenden aus der Welt schafft? Jemand hat mal gesagt: „Den Zivilisationsgrad einer Gesellschaft kann man daran messen, wie sie mit den Schwächsten umgeht.“ Beim Thema ärztlich assistierter Selbstmord oder Tötung auf Verlangen geht es auch um die Werte, die einer Gesellschaft wichtig sind. Lebenswert scheint heute zu sein: Erfolg haben, schön sein, aktiv sein. Ihr Heil sehen viele Menschen darin, selbstbestimmt zu sein, unabhängig und vor allem: gesund. Ja, Hauptsache gesund!

Wenn wir heute Allerheiligen feiern gedenken wir aller Heiligen. Die meisten, die die Kirche heiliggesprochen hat, waren allerdings alles andere als gesund. Viele hatten zeit ihres Lebens mit körperlichen oder seelischen Leiden zu kämpfen. Einige Beispiele: Hildegard von Bingen: sie hatte wohl starkes Rheuma. War oft ans Bett gefesselt. Ignatius von Loyola humpelte. Wegen einer Kriegsverletzung. Franz von Assisi wurde blind. Und Bernadette aus Lourdes starb an Knochentuberkulose. Die Heiligen waren alles andere als gesund. Aber sie waren heil.

Was bedeutet eigentlich heil sein, wenn es nicht gesund sein heißt? Heil sein heißt für mich: Bei Gott sein, vollkommene Nähe zu ihm erfahren. So, wie es im Paradies war: Nachdem Gott die Welt erschaffen hatte, sah er alles an und es war sehr gut. Die Menschen lebten noch im Einklang mit sich selbst, mit ihren Mitmenschen und mit Gott. Sie empfanden inneren Frieden. Die Heiligen hatten davon eine Ahnung. Sie haben alles von Gott erwartet, nicht von ihrer Gesundheit. Er war der Grund und das Ziel ihres Lebens. So, wie es im Evangelium heute heißt: „Selig, die arm sind vor Gott, denn ihnen gehört das Himmelreich.“ Die Einheit mit Gott machte die Heiligen heil. Man kann sagen: Gesundheit ist spätestens mit dem Tod zu Ende. Das Heil aber kommt mit dem Tod zur Vollendung. Das ist keine Jenseitsvertröstung. Es geht um´s Heil-sein im Hier und Jetzt. Wer mit Gott lebt wird heil. Im Leben nach dem Tod und vor allem schon im Leben vor dem Tod. 
 
Wenn wir heute Allerheiligen feiern, gedenken wir des Heils im doppelten Sinn: Wir gedenken aller Heiligen und wir feiern unser aller Heil. Eben Aller-Heil-igen. Im Grunde feiern wir jetzt im Herbst ein Osterfest. Denn wir glauben, dass die Heiligen schon von Gott vollendet sind. Und damit meine ich nicht nur die von der Kirche Heiliggesprochenen. Damit meine ich alle Christen, die vor uns gelebt und geglaubt haben. 
Auch kranke Menschen können heil sein. Viele Pilger berichten, dass sie aus Lourdes anders wieder nach Hause gekommen sind – trotz Krankheit. Ich glaube, sie haben inneren Frieden gefunden – gerade in der Krankheit.  

Unsere Aufgabe als Gesellschaft ist es, dafür zu sorgen, dass kranke und sterbende Menschen keine Angst haben müssen, allein zu sein. Dass sie liebevolle Pflege erhalten – ohne Bürokratie und ohne Geldsorgen. Unsere Aufgabe ist es, Menschen mit Krankheit und Behinderung das Gefühl zu geben, dass sie wertvoll sind und keine Last. Vor allem gilt es, ihre Würde zu wahren. Dazu gehört auch, keine Schmerzen zu haben. Alle schwer Kranken müssen Zugang zur Palliativmedizin erhalten. Da gibt es noch viel zu tun.

Und wenn doch jemand um Hilfe zum Selbstmord bittet?
Christen dürfen niemanden verurteilen. Ich habe Hochachtung vor Nikolaus Schneider – dem Ratsvorsitzenden der EKD. Entgegen seiner Überzeugung als Christ würde er seine Frau zum Sterben begleiten in die Schweiz – aus Liebe.

Für Christen ist das Leben unantastbar. Ein Geschenk Gottes, das es zu schützen gilt. Nicht für aktive Sterbehilfe dürfen Christen eintreten, sondern für aktive Lebenshilfe. Dem fühlt sich die Hospizbewegung verpflichtet. Sie handelt nach den Worten ihrer Gründerin Cicely Saunders. Diese sagte Sterbenden: „Sie sind bis zum letzten Augenblick ihres Lebens wichtig. Und wir werden alles tun, damit Sie nicht nur in Frieden sterben sondern auch bis zuletzt leben können.“

Bis zuletzt leben. Und sterben im Vertrauen darauf, dass wir nicht tiefer fallen können als in die Hände Gottes.

(Anne-Marie Eising, Pastoralreferentin St. Otger, Stadtlohn)




[1] Michael Strom, CIG Nr. 13/2009, S. 135f.
[2] Dr. Dr. Peter Fonk, Handeln aus christlicher Verantwortung, LB23 Theologie im Fernkurs 2002, S. 97ff.

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Nikolaus oder Weihnachtsmann?

Liebe Kinder,
ich glaube an den Nikolaus. Der hat wirklich gelebt. Er war vor vielen Jahren Bischof in der heutigen Türkei. Für mich ist der heilige Nikolaus ein Vorbild im Glauben. Er zeigt mir, wie ich als Christin leben kann.
Ich finde den Nikolaus auch besser als den Weihnachtmann. Dieser ist nämlich erfunden. Darum mache ich mir aus dem Schoko-Weihnachtsmann einen Nikolaus. Wie das geht, kannst du hier sehen: Nikolausbastelbogen - Aktion Weihnachtsmannfreie Zone

Die Aktion "Weihnachtsmannfreie Zone" setzt sich dafür ein, dass der heilige Nikolaus nicht vergessen wird. Hier mehr: Film zur Aktion Weihnachtsmannfreie Zone

Bestimmt weißt du, wer der heilige Nikolaus war. Hier kannst du es noch einmal nachlesen: Wer war der heilige Nikolaus?

Übrigens:
Die Messdiener verkaufen jedes Jahr den "echten" Schoko-Nikolaus.

Auch im K-Punkt (Dufkampstr. 20) kannst du ihn kaufen.

Donnerstag, 4. September 2014

Buchempfehlungen

Die Eucharistie

 Genährt und gesendet

Inhalt
Die Eucharistie ist das Geschenk Jesu, durch das er den Christen auf dem Weg ihres Lebens stützend und nährend nahe ist. Die Bild- und Text-Meditationen fördern ein tieferes Verständnis der heiligen Messen und eignen sich als wertvolles Geschenk für jung und alt. (Eher für Erwachsene)