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Mittwoch, 19. August 2015

Angebote für Eltern


Ein wichtiger Schwerpunkt unserer Gemeinde  ist die Glaubensbildung und Glaubensbegleitung der Erwachsenen. Das hat natürlich Auswirkungen auf unser Erstkommunionkonzept. Uns geht es nicht nur um die Kinder – auch den Eltern möchten wir gerecht werden. Denn gerade die Eltern sind ja die ersten Glaubensverkünder für ihre Kinder.

Elternabende aller Eltern in der St.-Joseph-Kirche             
Als erstes sind natürlich die Elternabende für alle Eltern wichtig. Direkt nach den Sommerferien, im Januar und nach den Osterferien informieren wir diese über die jeweils folgenden Phasen der Vorbereitung ihrer Kinder. Dabei geht es nicht nur um Organisatorisches. Auch das Gebet und die erwachsenengemäße Glaubensverkündigung kommen an diesen drei Abenden nicht zu kurz. 

Meditative Glaubensimpulse         
Wer darüber hinaus Impulse für seinen eigenen erwachsenen Glauben sucht und gleichzeitig eine Stunde Auszeit aus dem Alltag, für den sind die meditativen Glaubensimpulse interessant. Ebenfalls in der St.-Joseph-Kirche. Es gibt Informationen zu Glaubensthemen in kleinen Häppchen und Zeit zum Verdauen. Ebenso Musik und Gesang und auch Zeit für Stille und Gebet.
Es geht bewusst nicht um eine Gesprächsrunde über Gott und die Welt, sondern einfach um eine Auszeit bei Gott. 

Glaubenskurs im Alltag:
Gefehlt hat manchen Eltern und Katecheten bisher die Möglichkeit, sich ganz persönlich mit dem eigenen Glauben (vielleicht neu) auseinanderzusetzen. Vielen fehlte Unterstützung dabei, sich als Erwachsene wieder neu auf Gott einzulassen.
Dazu möchte dieser Glaubenskurs im Alltag Hilfen bieten. Er orientiert sich thematisch am Vorbereitungsweg der Kinder. So haben Eltern die Möglichkeit, bewusster den Kommunionweg ihres Kindes mitzugehen und Katecheten können diesen Kurs als Vorbereitung für ihre Treffen mit den Kindern nutzen.  
Glaubenskurs im Alltag heißt:
  • Die Teilnehmer erhalten für jeden Tag einen kurzen Text mit Impulsen, Gebetsanregungen oder Hintergrundwissen zu Glaubensthemen.
  • Dafür sollte man sich täglich ca. 15 Minuten zu Hause Zeit nehmen. Wenn das nicht klappt, kann man auch seinen eigenen Rhythmus suchen.
  • Nach den Meditativen Glaubensimpulsen (siehe oben) gibt es Gelegenheit, mit anderen Teilnehmern Erfahrungen auszutauschen.
  • Wer ein persönliches Gespräch mit einem Seelsorger / einer Seelsorgerin sucht, kann dazu jemanden aus dem Seelsorgeteam ansprechen.
  • Der Glaubenskurs beginnt im Anschluss an den ersten Meditativen Glaubensimpuls in der St.-Joseph-Kirche. Anmeldung bei Pastoralreferentin Anne-Marie Eising, Tel.: 02563/400 000 160.
  • Katecheten, die die Form B der Katechetenbegleitung gewählt haben, nehmen ebenfalls an diesem Kurs teil. Daher ist er abgeschlossen, wenn die Gruppenstunden der Kinder beginnen.


  • Hier die täglichen Impulse zum Herunterladen:
  • 1
  • 2
  • 3

  •  
  • Messfeier mit Erklärungen
    Im Frühjahr laden wir ein zu einer Messfeier mit Erklärungen. Eltern und Katecheten können - während sie die Messe mitfeiern - erfahren, welche Bedeutung die einzelnen Elemente haben.


Katechetenbegleitung: Sie können wählen


Vorbereitung und Begleitung der Katecheten:

So, wie es differenzierte Vorbereitungswege für die Kinder gibt, die die Familien frei wählen können, so gibt es auch eine differenzierte Katechetenbegleitung.
 

Für alle Katecheten gibt es

·        ausführliches Begleitmaterial zum Ablauf der Gruppenstunden,

·        Materialien für die Gruppenstunden,

·        einen Informationsabend und einen Einführungstag (Samstag). Darin integriert ist eine Schulung zur Prävention von sexuellem Missbrauch, so wie es für das Bistum Münster bzw. ganz Deutschland vorgesehen ist.

 

Außerdem kann jeder Katechet / jede Katechetin
wählen zwischen drei Formen der Begleitung:

 

Ä A = während der Zeit der Gruppenstunden mit Katechetenbegleitern;

Ä B = vor Beginn der Gruppenstunden im Rahmen des Glaubenskurses;

Ä A+B = Kombination aus beiden Formen.

 

Form A
Treffen mit Katechetenbegleitern
während der Vorbereitungszeit der Kinder:

 

Charakter dieser Form:

Begleitung durch Katechetenbegleiter in kleinen Gruppen

Von 6-10 Katechet/Innen von Januar bis April / Mai.

·        Pro Treffen Info über den Ablauf von je zwei Gruppenstunden,

·        Vermittlung von Hintergundwissen,

·        Klärung von Fragen der Katecheten,

·        Informationen und Orga,

·        Möglichkeit zum Austausch mit anderen Katecheten über den eigenen Glauben,

·        ausführliche Materialien mit Beschreibungen der Gruppenstunden.

 

Zeitaufwand:

·        Infoabend für alle Katecheten: 9.9.15, 20.00 – 21.30 Uhr.

·        Katechetensamstag: 7.11.15, 10.00 – 17.00 Uhr. (Bei absolvierter Präventionsschulung: 13.15 Uhr – 17.00 Uhr).

·        Vier bis fünf Treffen mit den Katechetenbegleitern, meist abends 1,5 – 2 Stunden; Terminabsprache zwischen Katechetenbegleitern und Gruppe.

·        Bei Interesse: drei meditative Glaubensimpulse in der St.-Joseph-Kirche; und eine Abendmesse (werktags) mit Erklärungen für Eltern und Katecheten.





Form B
Glaubens- und Katechetenkurs im Alltag
vor der Vorbereitungszeit der Kinder
für Katecheten und Eltern.
 

Charakter dieser Form:

persönliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben in der Zeit von September bis November / Dezember, also bevor die Gruppenstunden der Kinder beginnen. Geeignet für Katechten (und Eltern), die

-       sich mit ihrem eigenen Glauben (neu) auseinandersetzen wollen und bereits Erfahrung haben mit den Abläufen der Gruppenstunden;

-       oder unerfahren sind, aber die Gruppenstunden gemeinsam mit erfahrenen Katecheten durchführen;

-       oder unerfahren sind und Möglichkeit A+B miteinander kombinieren.

·        Tägliche Impulse ausgehend von den Themen der Gruppenstunden:

o   Auseinandersetzung mit dem eigenen erwachsenen Glauben,

o   Gebetsanregungen,

o   Hintergrundwissen,

·        Möglichkeit zum Austausch in einer Gruppe mit anderen Eltern / Katecheten.

·        Bei Bedarf Möglichkeit zum persönlichen Begleitgespräch mit einem Seelsorger/in nach persönlicher Anfrage / Absprache.

·        Abläufe der Gruppenstunden werden nicht besprochen.

·        Ggf. Vermittlung von Katechetenpaten als Ansprechpartner zu den Abläufen der Gruppenstunden und dem Miteinander mit den Kindern.

 

Zeitaufwand:

·        Infoabend für alle Katechten: 9.9.15, 20.00 – 21.30 Uhr;

·        Katechetensamstag (nur für Katecheten): 7.11.15, 10.00 – 17.00 Uhr.
(Bei absolvierter Präventionsschulung: 13.15 Uhr – 17.00 Uhr).

·        täglich ca. 15 Minuten zu Hause erstreckt über die Zeit von ca. Ende September bis Ende November (kann individuell ausgedehnt werden, wenn man nicht täglich Zeit für den Impuls findet);

·        drei meditative Glaubensimpulse in der St.-Joseph-Kirche, anschließend Möglichkeit zum Austausch in der Gruppe:
22.9., 20.10., 24.11.15, jeweils 20.00 Uhr – 21.45 Uhr;

·        eine Abendmesse (werktags) mit Erklärungen für Eltern und Katecheten;

·        auf Wunsch der Gruppe oder von Einzelpersonen weitere Austauschtreffen oder Einzelgespräche möglich.

Montag, 8. Juni 2015

Katechet sein

Wir hoffen
  • auf Christen, denen der eigene Glaube wichtig ist;
  • die bereit sind, Kinder auf dem Glaubensweg zu begleiten;
  • die bereit sind, sich auf die Aufgabe als Katechet vorzubereiten;
  • die weiter im Glauben wachsen wollen.

Wir bieten
  • praxiserprobte und ausführliche Materialien für die Gruppenstunden;
  • intensive Begleitung durch erfahrene Katechetenbegleiter/innen;
  • (individuelle Begleitungswege werden zur Zeit entwickelt und erprobt);
  • individuelle Beratung und Unterstützung bei Bedarf;
  • Austausch über und Impulse für den eigenen (erwachsenen) Glauben;.

Weitere Informationen
  • beim ersten Elternabend am 19.8.15; 
  • beim Informationsabend für Katecheten am 9.9.15;
  • oder direkt bei Pastoralreferentin Anne-Marie Eising (Tel.: 02563/400 000 160) 

Die Entscheidung,
ob Sie sich als Katechet/in zur Verfügung stellen,
treffen Sie erst nach dem Informationsabend für Katecheten.

Ziele der Erstkommunionvorbereitung in St. Otger

Jedes Kind ist individuell. Alle beginnen mit unterschiedlichen Erfahrungen die Erstkommunionvorbereitung. Alle Kinder auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen ist nicht möglich und auch nicht das Ziel unserer Gemeinde. Jede Familie muss selbst entscheiden, welchen Weg sie mit und für ihr Kind gehen will. Für die einen ist die Erstkommunionfeier das Ziel des Vorbereitungsweges, für andere ist diese erst der Startpunkt oder eine Etappe auf dem Glaubensweg. Daher kann es kein einheitliches Ziel für alle geben.

Ebenso wenig kann die Erstkommunionvorbereitung eine vollständige Einführung in den christlichen Glauben sein. Grundlegend ist zunächst das, was die Kinder in ihrer Familie an gelebtem Glauben kennengelernt haben und kennen lernen. Auch der Religionsunterricht in der Schule vermittelt grundlegende Glaubensinhalte. Katechese richtet sich eigentlich auch vorwiegend an Erwachsene, die sich bewusst für den Glauben entschieden haben und näher darin eingeführt werden wollen.

Aus diesen Gründen versuchen wir, elementare Glaubensinhalte für die Erstkommunionvorbereitung auszuwählen und diese auf differenzierten Vorbereitungswegen den Kindern - und interessierten Erwachsenen - zu vermitteln. Dabei orientieren wir uns an folgenden Minimal- bzw. Maximalzielen:

Minimalziele: 
  • Jedes Kind erfährt, dass es – so, wie es ist – willkommen und angenommen ist.  
  • Es begegnet Menschen, denen Gott etwas bedeutet.

Maximalziele: 
  • Die Kinder werden immer vertrauter mit der Feier des Gottesdienstes.
  • Sie lernen die Bedeutung des Brotes als „Leib Christi“ kennen.

Samstag, 28. Februar 2015

Die Bibel: Das Buch der Bücher

Interessante Links zur Bibel:

Fragen und Antworten rund um den Glauben



Liebe Kinder,
während der Erstkommunionvorbereitung habt ihr bestimmt ganz viele Fragen rund um den Glauben und rund um die Erstkommunion. In diesen Büchern findest du ganz viele Antworten auf deine Fragen.

Noch einfacher:
Frag doch einfach deine Eltern, Großeltern, Paten, Katechten, Religionslehrer oder uns Seelsorger und Seelsorgerinnen der Kirchengemeinde St. Otger. Die Adressen oder Telefonnummern findest du auf unserer Homepage.



99 Fragen und Antworten rund um den Glauben
Bildquelle: http://www.herder.de/


Hier klicken

Bildquelle: Kösel-Verlag







 

Montag, 31. März 2014

Bibelempfehlung

Liebe Eltern,
in der letzten Woche haben sich die Erstkommunionkinder mit der Bibel beschäftigt. Näheres zur Bedeutung der Bibel für den Glauben der Christen und für die Feier des Gottesdienstes können Sie dem Elternbrief zur fünften Gruppenstunde entnehmen. Wenn Sie eine geeignete Kinderbibel suchen, kann ich Ihnen diese von Rainer Oberthür empfehlen:

http://www.randomhouse.de/Buch/Die-Bibel-fuer-Kinder-und-alle-im-Haus/Rainer-Oberthuer/e245507.rhd

Vielleicht machen Sie sich ja gemeinsam mit Ihrem Kind auf den Weg, die Bibel - und damit Gott - immer besser kennen zu lernen?

Sonntag, 9. März 2014

Katechese: entscheidend ist die Qualitiät der Begegnung


Statio vom 2./3.11.2013 - CJ31 –  Ev.: Lk 19,1-10 – Zachäus

 
Was ist das wichtigste Wort im Leben eines kleinen Kindes? „Mama“? oder „Papa“? Darüber freuen sich Mama und Papa natürlich besonders. Worüber sie sich meist gar nicht freuen ist das Wort „NEIN“. Wenn das Kind anfängt, NEIN zu sagen, wird es anstrengend. Dabei ist das „NEIN“ ein gutes Zeichen. Es zeigt, dass das Kind seine eigene Persönlichkeit entwickelt. „NEIN“ sagen kann ein Kind nur, wenn andere bedingungslos „JA“ zu ihm sagen. Wenn es keine Angst haben muss, die Liebe der Eltern zu verlieren. Durch eine vertrauensvolle Beziehung und eine sichere Bindung zu den Eltern entwickelt das Kind das sogenannte Urvertrauen. Ein grundsätzliches Vertrauen ins Leben. Und dies ist entscheidend dafür, dass es später „JA“ zu sich selbst sagen kann, auch wenn andere einmal „NEIN“ zu ihm sagen.  ---  Entscheidend für das Urvertrauen ist also die Qualität der Beziehung zwischen Eltern und Kind.

 Auch Psychologen haben herausgefunden: Für den Erfolg einer Therapie oder einer Beratung ist es nicht allein wichtig, was der Berater kann. Ausschlaggebend ist die Qualität der Begegnung zwischen ihm und dem Ratsuchenden. Wenn der Klient sich akzeptiert und verstanden fühlt, erkennt er oft selber, was für ihn richtig ist. Gute Ratschläge können auch Schläge sein. Aber eine wertschätzende Begegnung kann dem Leben eine neue Richtung geben.

 Von so einer Begegnung erzählt auch unser heutiges Evangelium. Jesus begegnet dem Zöllner Zachäus. Dieser ist zwar reich, aber menschlich gesehen ein armes Würstchen. Die Leute meiden ihn. Nicht nur, weil er ihnen zu viel Geld abknöpft. Von Berufs wegen treibt er Zölle ein für die verhasste Besatzungsmacht. Dazu kommt, dass er mit den Römern – also mit Heiden – regelmäßig Kontakt hat. Das macht ihn für gläubige Juden unrein. Jeder der Kontakt mit ihm hat, schließt sich vom Tempelkult aus. Also gehen ihm lieber alle aus dem Weg. Jesus dagegen laufen die Leute entgegen. Gerade erst hatte er einen Blinden geheilt. Neugierig stehen sie an der Straße. Auch Zachäus will sehen, wer dieser Jesus sei. Alleine sitzt er im Baum und hält Ausschau nach ihm. Vielleicht versteckt er sich sogar hinter den Blättern. Doch Jesus geht nicht vorbei: Er bleibt stehen. Sieht Zachäus an.  - 

Stellen Sie sich diese Situation im Baum mal bildlich vor: Sie selbst sind Zachäus, sitzen da oben im Baum hinter dem Blättervorhang. Von aller Welt werden Sie gemieden. Und dann trifft Sie ein Blick. --- Da gibt Ihnen jemand Ansehen. ---  Und es bleibt nicht beim stummen Blick. Die Begegnung wird intensiver: „Heute noch muss ich in deinem Haus zu Gast sein.“

In unserem Evangelium bringt Jesus Zachäus Wertschätzung entgegen, gibt ihm Ansehen. Und das ermöglicht diesem, sein Leben zu ändern. Die Qualität der Begegnung zu Jesus macht es ihm möglich, seinem Leben eine neue Richtung zu geben.

Die Zachäusgeschichte steht auch am Anfang unserer Erstkommunionvorbereitung. Auch dort ist die Qualität der Begegnung zwischen Kindern und Katecheten ganz wichtig. Den Kindern soll bewusst werden, dass Gott sie liebt: Vor aller Leistung und trotz aller Schuld. Sie sollen die Erfahrung machen, dass sie dazugehören: zur Gruppe und zu Jesus Christus und damit zur Kirche. Und die Eltern sollen erfahren, dass Gott anders ist als die Menschen. Er macht immer den ersten Schritt. Gott sagt „JA“! Und erst dann folgt unsere Antwort – unser Tun. Unter Menschen ist das ja oft umgekehrt. Die erwarten, dass man sich erst ändert, bevor sie einen wertschätzen. Glauben ist aber kein Erziehungsmittel. Es geht um Begegnung mit Jesus Christus. Und in der Katechese sollen die Kinder eine Ahnung davon bekommen, dass ihr Leben gelingt, wenn sie darauf vertrauen, dass Gott „JA“ zu ihnen sagt.

Doch wie kommen Menschen zum Glauben? Wir können ihn ja nicht wie ein fertiges Paket übergeben. -- Zum Glauben kommt man durch Glaubenszeugen und durch eigene Erfahrungen. Und beides wollen wir Kindern in der Katechese ermöglichen: Gelingende Begegnung mit Glaubenszeugen und Begegnung mit Gott.

Leider wird es immer schwieriger, dass die Kinder solchen Glaubenszeugen begegnen können. Aus dem Kreis der Eltern finden sich jedes Jahr immer weniger, die bereit oder fähig sind, die Kinder auf die Erstkommunion vorbereiten. In diesem Jahr fehlen noch Katecheten für etwa sieben Gruppen. Das heißt: 35 Kinder können derzeit nicht auf die Erstkommunion vorbereitet werden. Mir wurde deshalb schon gesagt: „Du bist viel zu lasch. Du musst die Eltern zu ihrem Glück zwingen.“ Andere sagen recht unverhohlen: „Die Eltern machen es sich leicht: Geben ihr Kind ab und halten sich raus. Die können ruhig auch mal was tun!“ Ich werde regelmäßig wütend, wenn ich so etwas höre. Wütend, und auch hilflos. Da wird „Glauben-bezeugen“ gleichgesetzt mit „fleißig sein“. Ich habe den Eindruck, Viele verschließen die Augen vor der Situation, in der Familien leben.

Denn erstens: Eltern sind nicht faul. Viele haben einfach keine Zeit, weil sie berufstätig sind. Auch viele Mütter. Dazu kommt, von allen Seiten wird erwartet, dass sie sich einbringen: von der Schule, vom Kindergarten, vom Sportverein. Und zweitens: Viele Eltern sind selbst nicht mehr im Glauben groß geworden. Oder sie fühlen sich da nicht mehr zu Hause. Aber ihren Kindern wollen sie den Glauben nicht vorenthalten!! Diese Eltern können jedoch den Kindern keine Glaubenszeugen sein. Sie brauchen selbst welche…

Ich muss gestehen, manchmal denke auch ich ein wenig resigniert: „Die wollen ja nur die schöne Familienfeier. Am Sonntag nach der Erstkommunion sehen wir kaum noch jemanden.“ Aber vielleicht ist ja die Erstkommunion für die Familien so etwas wie der Maulbeerfeigenbaum für Zachäus… Vielleicht ist die äußere Feier der Blättervorhang, hinter dem sie sich verstecken, um dennoch den Ausblick auf Jesus frei zu haben? Und vielleicht begegnen ihnen in unseren Gemeinden auch viel zu wenig Menschen, die wie Jesus stehen bleiben und sie anblicken. Die sie erst einmal annehmen, wie sie sind, ohne Vorbedingung und Erwartung. Menschen wie Jesus, mit denen wertschätzende Begegnung möglich ist. Vielleicht könnten solche Begegnungen ihrem Leben ja eine ganz neue Richtung geben?

Liebe Gemeinde, der Apostel Petrus schreibt: „Gebt jedem Rede und Antwort, wenn er nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt.“ Die Katechese ist Aufgabe der ganzen Gemeinde – jeder nach seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten. Natürlich gehören zur Gemeinde auch die Eltern der Erstkommunionkinder. Aber immer weniger haben die Fähigkeit und Möglichkeit, Katechet zu sein.

Darum möchte ich einen Kreis von Gemeindemitgliedern aufbauen, die Kinder als Erstkommunionkatecheten begleiten, auch wenn sie kein eigenes Kind zur Erstkommunion führen. Es geht nicht darum, den Eltern diese Aufgabe vorzuenthalten. Es geht darum, ihr Engagement zu ergänzen. Ich stelle mir vor, dass dieser Kreis von Gemeinde-Katecheten so groß wird, dass jeder Einzelne nicht jedes Jahr in Aktion treten muss. Denn Zeit spielt ja für Viele eine große Rolle. Vielleicht sagen Sie sich ja nun: „Ja, das ist etwas für mich. Ich möchte meinen Glauben bezeugen“. Und wenn Sie dazu noch Zeit haben und Erfahrung im Umgang mit Kindern, dann kommen Sie doch zum Infoabend am 18. November ins Pfarrzentrum St. Otger. Oder rufen Sie mich an. Vielleicht kennen Sie auch jemanden, für den das eine gute Aufgabe wäre. Machen Sie Werbung!
 
Das wichtigste Wort im Leben eines Menschen ist das Wort „JA“. Das Wort, das andere ihm zusprechen, bevor sie etwas von ihm erwarten. Helfen wir den Kindern und deren Familien gemeinsam, dass sie darauf vertrauen können, dass Gott schon längst „JA“ gesagt hat. Zu ihnen und zu uns allen. Und helfen wir ihnen, dass sie IHM antworten können und auch „JA“ sagen.

(Anne-Marie Eising, Pastoralreferentin St. Otger, Stadtlohn)